• Suche

  • Archiv

  •  
  • Schlagwörter

    ABC Wien aktivismus anarchismus antifaschismus antiknast antimilitarismus antirassismus arbeitskaempfe Aufstand Bad News besetzung bewegungsfreiheit buchvorstellung chile deutschland feminismus frauenbewegung Gefangene gefängnis geschichte griechenland hausbesetzung hungerstreik italien migration musik polizeigewalt proteste rassismus raumaneignung rechtsextremismus repression revolution selbstverwaltung Solidarität spanien stadtentwicklung tierbefreiung tierrechtsaktivistInnen türkei USA vernetzung wagenplatz wien österreich

12/04/2020 – Rassistische Polizeigewalt in Österreich

 

In dieser Sendung spielen wir Ausschnitte aus der ursprünglich als
Podiumsdiskussion geplanten Veranstaltung zum 15. März, dem
internationalen Tag gegen rassistische Polizeigewalt, die vom Kollektiv
BigSibling (https://15maerzwien.noblogs.org/) organisiert wurde. Wegen
der Ausgangsbeschränkungen haben sie die Veranstaltung abgesagt und
stattdessen einen Podcast aufgenommen, der in voller Länge hier angehört
werden kann:
https://15maerzwien.noblogs.org/post/2020/03/27/podiumsdiskussion-panel-discussion/.
Es folgt der ursprüngliche Einladungstext zur Veranstaltung:

“Am 15.03.1997 wurden zwei Kinder im Alter von 11 und 12 von der
Schweizer Polizei schwer misshandelt. Daraufhin initiierten die
anarchistische Gruppe “Black Flag” aus der Schweiz und die Initiative
der C.O.B.P. (Collectif Opposé à la Brutalité Policière) aus Montréal
den internationalen Tag gegen Polizeigewalt, an dem seither
Aktivist*innen überall auf der Welt auf die Straße gehen, um gegen
Polizeigewalt zu demonstrieren und den Menschen zu gedenken, die durch
Polizeigewalt getötet wurden.

Polizeigewalt in Österreich

In Österreich wurde dem Tag bisher noch nicht viel Beachtung geschenkt,
obwohl gerade in Wien gewalttätiges und brutales Vorgehen der Polizei
keine Seltenheit ist. Nicht zuletzt sorgten die brutalen, polizeilichen
Übergriffe auf Klimaaktivist*innen im Sommer 2019 für viel Aufsehen. Im
selben Jahr starb ein Mann in Schubhaft im Polizeianhaltezentrum Roßauer
Lände, ein lauter Aufschrei blieb aus. Genau 20 Jahre zuvor erstickte
Markus Omofuma bei seiner Abschiebung durch polizeiliche Maßnahmen. Dass
Polizeigewalt und Brutalität sich wiederholt, zeugt nicht nur daher,
dass diese Morde keine tiefgreifenden Konsequenzen für die
verantwortlichen Polizist*innen und die Polizei als Institution hatten,
sondern auch, dass es in Österreich an einem Bewusstsein für die
gewaltvollen Strukturen der Institution Polizei fehlt.

Auch wenn es immer mal wieder Fälle gibt, die Aufmerksamkeit und
kurzweilige Empörung in der Bevölkerung hervorrufen, werden die Stimmen
derer, die alltäglich gewaltvolle Erfahrungen mit der Polizei machen,
nicht gehört. Für die weiße Mehrheitsgesellschaft wird die Polizei oft
als “Schutz und Sicherheit” verstanden. Öffentliche Diskurse zum Thema
Sicherheit und Migration legitimieren rassistisches polizeiliches
Vorgehen gegen Menschen, die nicht in das Bild eines österreichischen
Staates passen. Die bloße Existenz von Schwarzen Personen, People of
Color, Roma und Sinti, Migrant_innen, Sexarbeiter_innen, LGBTIQ,
Wohnungslosen Personen, Drogennutzer_innen, Menschen mit psychischen
Erkrankungen und Personen mit unsicherem Aufenthaltsstatus (uvm.) wird
als Bedrohung konstruiert.

Warum ist es wichtig am 15.03. zusammenzukommen?

Gemeinsam wollen wir den von der Polizei getöteten Menschen gedenken und
dafür sorgen, dass sie nicht in Vergessenheit geraten. Wir wollen
empowern, eingreifen und unsere Kämpfe nicht auf Kosten anderer führen.
Wir wollen laut, wütend und solidarisch sein!”