In dieser Sendung hört ihr einen Vortrag von Annette Schlemm gehaltem auf der myzelium Tagung in Leipzig. Hier eine kurze Zusammenfassung:
Wir können nicht mehr an einer Utopie des Besseren Lebens basteln, wir müssen uns der Realität stellen, dass wir in nächster Zukunft immer mehr von den sog. Polykrisen betroffen sind, es öfter unmittelbar katastrophische Zustände geben wird und wir eher in einer allgemeinen Niedergangszeit leben als auf dem Weg in ein helles Morgen. Wir müssen angesichts dieser Aussichten aber nicht ängstlich erstarren. Menschen haben schon immer auch katastrophische Ereignisse überlebt und wie sie es getan haben, spricht sehr für anarchistische Konzepte. Nicht umsonst spricht man auch von Disaster Anarchy. Solche Erfahrungen kennenzulernen und auszuwerten, ist an der Zeit und führt uns aus möglichem Fatalismus heraus.
Annette Schlemm ist Physikerin, Philosophin und Autorin. Neben ihrer beruflichen Arbeit verfolgt sie Fragestellungen der Energiepolitik, der Nanotechnik im Bereich Photovoltaik, der Unternehmensorganisation und der Technikphilosophie, zu denen sie zahlreiche Essays verfasst hat.
Ebenso wird auf die Workshops und Veranstaltung zu den Blockaden gegen die Fascho-Demo am 25. Juli hingewiesen. Bezüglich der Beugehasft von Lina findet ihr mehr infos hier.
In dieser Livesendung wurden folgende Themen besprochen: Urteile im Prarielandprozess, Antifa Camp in Kärnten/Koroska, Angriff beim Stiftungsfest der Burschenschaft Leder in Leoben, Balkan Anarchist Bookfair, Wien nimmt Platz Demo und Veranstaltungen, Updates zu Prosfygika, Lina und Paula sind enthaftet, und Empfehlungen.
Weiterführende Links:
Prarieland:
https://prairielanddefendants.com/
www.freedes.net
https://theintercept.com/2026/06/17/signal-messages-minneapolis-ice-protests/
Wien nimmt Platz:
https://wiennimmtplatz.noblogs.org/
BAB:
https://bab2026.espivblogs.net
Prosfygika:
https://saveprosfygika.gr
In der heutigen Sendung hört ihr den Vortrag von Vanessa E. Thompson mit dem Titel „Racial Fascism, Surplus and Abolition Feminist Resistance“. Der Vortrag fand am 26.05.2026 statt und war Teil der studentisch organisierten Ringvorlesung „Imagining Better Worlds: Enacting Insurgent Feminist Futures“ in den Gender Studies.
In diesem Beitrag hört ihr die – leicht gekürzte – Aufzeichnung eines Vortrages, den die Antisemitismusforscherin und freie Journalistin Merle Stöver am 10. April im Rahmen des Café Sabotage gehalten hat. Jüdinnen und israelische Frauen mussten nach dem Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 bitter erfahren, dass Grundüberzeugungen der #MeToo-Bewegung für sie offenbar nicht gelten. Statt feministischer Solidarität formierte sich weltweit eine antisemitische Allianz, die die Gräueltaten der Hamas entweder leugnet oder rechtfertigt. Ausgerechnet emanzipatorische und feministische Kämpfe werden schon seit Jahren zunehmend zu Schauplätzen antisemitischer Verschwörung und antizionistischer Vernichtungsdrohungen. Die Ursprünge und Argumentationen dieser Phänomene werden in dem Vortrag genauer untersucht.
In dieser Sendung hört ihr eine Aufnahme des Vortrags KI und rechte Ästhetik von Antifa-NT aus München. Spätestens seit dem Erfolg von ChatGPT ist die ästhetische Sprache von Trump, AfD und anderen Rechten auffällig durch Al-generierte Inhalte geprägt. In diesem Vortrag gehen wir der Frage nach, warum diese Technologie, die mit ihr verbundenen Heilserwartungen und auch ihre spezifische Ästhetik für Rechte so ansprechend sind. Hierzu werden Grundlagen vorgestellt, was Al ist und kann – und wo ihre inhärenten Grenzen liegen. Anhand linker Grundfragen bzgl. der Produktivkraftenwicklung, der Bewertung von Technologie allgemein und der zunehmenden autoritären Formierung westlicher Industriegesellschaften diskutieren wir die Frage, ob „künstliche Intelligenz“ in ihrer jetzigen Form für emanzipatorische Ziele eingesetzt werden kann, oder ob es nicht einer radikalen Verweigerung von Seiten der Linken bedürfte. Am Schluss wird der Vortrag vom anarchistischen Radio kommentiert.
In dieser Ausgabe vom A-Radio hört ihr einen englischen Beitrag aus der siebenstündigen Livesendung des internationalen Radio Netzwerks, die beim diesjährigen Treffen im April, von vielen verschiedenen anarchischen und anti-autoritären Radiomacher*innen, entstanden ist.
Zwei Anarchisten berichteten über eine Reihe von Hausbesetzungen im Stadtteil Koukaki in Athen, ihre Erfahrungen aus fast 10 Jahren aktiver Teilhabe und die Geschichte einer widerständigen Gemeinschaft, von der Entstehung einer Community, gegenseitiger Hilfe in der Nachbarschaft und dem Aufbau solidarischer Infrastruktur. Außerdem gibt es einen Rückblick auf die Rolle der Repression und Gerichtsprozesse im Allgemeinen, aber auch die gezielten Angriffe von Medien und Bullen während den Räumungen. Nicht zuletzt gibt es einen Einblick in die Praxis der Widerbesetzung und die Notwendigkeit für widerständige Gemeinschaften kostenlosen Wohnraum zu schaffen. Im April 2026 stehen sie beide ebenfalls vor Gericht, mit einer besonders schwerwiegenden Anklage im Fall „Matrozou 45“. Deswegen hört ihr in dieser Sendung auch viele Gedanken zum kollektiven Umgang mit Repression und Organisierung zur Verteidigung gegen Staat, Bullen und die Logik des Eigentums.
Die ganze Sendung oder weitere Beitäge daraus, thematisch sortiert und in einzelne Häppchen unterteilt, findet ihr auf der Seite des Netzwerks: https://www.a-radio-network.org/bad-news-angry-voices-from-around-the-world/episode-101-04-2026
Ihr hört Auszüge aus einem Vortrag von Jeja Klein mit dem Titel Antifa, Macker, Patriarchat – Antifaschismus und Männlichkeit. Jeja Klein ist freie Journalistin und Autorin, mit den Schwerpunkten sexueller Gewalt und Antifaschismus, sowie Geschlecht und Queerness. In dieser Sendung hört ihr eine Kurzfassung, die aus der Vorrede und dem zweiten Teil des Vortrags besteht. Wir überspringen den Teil zu Männlichkeit und Männlichkeitsbildung im Patriarchat im Allgemeinen. Nicht weil dieser Teil nicht wichtig ist, sondern weil ohne diesen Teil, wir in dieser Sendung genauer auf das Thema Antifa und Männlichkeit konzentrieren können.
Den ganzen Vortrag in voller Länge von etwa 90 Minuten findet ihr einen Beitrag darunter.
Die Veranstaltung mit Jeja Klein fand am 13.05.2026 im Rahmen der Veranstaltungsreihe Antifa & Männlichkeit – Zwischen Gegenwehr und Mackertum statt. Hier könnt ihr den ganzen Vortrag anhören, ohne Einleitung und musikalische Untermalung durch das anarchistische Radio.
Ihr hört heute einen Teil vom Radiomarathon, der beim Treffen des A-Radio-Network entstanden ist. In dem Teil, den ihr heute hört, geht es um Mental Health aus anarchistischer Perspektive. Es geht darum, wie es in Bezug auf mental health in Griechenland aussieht, Erfahrungen mit dem Weglaufhaus in Berlin, Erfahrungen mit Psychiatrie, Psychotherapie und Diagnosen. Außerdem sprechen sie darüber, wie mit psychischer Gesundheit in anarchistischen Zusammenhängen umgegangen wird bzw. wie damit umgegangen werden könnte/sollte.
Starting with the book “Try Anarchism for Life -The Beauty of our Circle” by Cindy Barukh Milstein this slot of the anarchist & anti-authoritarian Radio Marathon asks participants of the international radio gathering for stories of beauty and joy, love and solidarity from their life and praxis as anarchists. Don’t lose that sparkle!
Look out for links to the whole anarchist & anti-authoritarian Radio Marathon, it’s 7 hours long!
Ihr hört einen Vortrag von Merle Stöver mit dem Titel “Sozialdarwinistische Zustände. Tödliche Gewalt gegen wohnungslose Menschen.” Merle Stöver ist Sozialarbeiterin, Antisemitismusforscherin und promoviert am Institut für Konflikt- und Gewaltforschung der Uni Bielefeld zu Tötungsdelikten an wohnungs- und obdachlosen Menschen.
Jedes Jahr werden wohnungs- und insbesondere obdachlose Menschen Opfer tödlicher Gewalt. Doch obwohl in zahlreichen Fällen die rechten Tatmotivationen auf der Hand liegen, bleiben eine politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Taten und ein Erinnern an die Opfer meist aus. Die Marginalisierung, die wohnungslose Menschen in allen Lebensbereichen erfahren, setzt sich auch nach ihrem Tod fort.
Der Vortrag wirft einen Blick auf die langen Kontinuitäten sozialdarwinistischer Verfolgung und Gewalt, beleuchtet einerseits Gewalterfahrungen von wohnungslosen Menschen und diskutiert anderseits Motive und Motivationen sozialdarwinistischer Gewalt.
Am 29. April werden in Wien wieder einmal über 1000 Schlafplätze für wohnungs- und obdachlose Personen abgeschafft. Ab jetzt ist es also laut Stadt Wien wieder vertretbar, dass Menschen, die nicht als “besonders vulnerabel” gelten, auf die Straße geschickt werden. Dass die Repression aber hier nicht aufhört sofern sich Personen nicht individualisiert und unsichtbar im öffentlichen Raum aufhalten, zeigt die Dokumentation „Wood Street“, in der es um die Räumung eines selbstorganisierten Camps von obdachlosen Personen in Oakland geht. Ihr hört jetzt eine Sendungsübernahme von The Final Straw Radio dazu.
https://thefinalstrawradio.noblogs.org/
https://www.woodstmovie.com/
In dieser Sendung hört ihr ein Gespräch mit Cora und Kerstin von der Autonom-Feministischen Organisierung von Rheinmetall Entwaffnen, das wir – mit Dank – von Anarchie&Cello übernommen haben.
Es geht um Kriegszustände, die uns als solche gar nicht bewusst sind, sondern den Normalzustand bilden; es geht um patriarchale Gewalt im Alltag, die sich durch Militarisierung und Krieg fortsetzt und zuspitzt; es geht ums Heraustreten aus dem binären Denken, nicht nur was Geschlechteridentitäten und -rollen angeht, sondern auch, was die Einteilung von Menschen und Völker in Freund und Feind angeht; und schließlich es geht darum sich selbst zu fragen, welche Rolle will ich eigentlich spielen jetzt und in den nächsten Jahren, die sicher alles andere als leicht werden und uns alle vor große Herausforderungen stellen werden.
Die Spendenkampagne für die syrische Transfrau A. findet ihr hier:
https://www.firefund.net/syriantranswomankurdistaniraq