In dieser Sendung gibt es einige Ausschnitte, einer Veranstaltung über den NSU, zu hören:
Am 04. November jährt sich der Tod der NSU Mitglieder Uwe Bönhardt und Uwe Mundlos zum vierten Mal. In den Medien erhält dieser Tag immer wieder besondere Aufmerksamkeit, während die Todestage der von ihnen ermordeten Unternehmer bis heute um eine Aufnahme in ein kollektives Gedächtnis kämpfen. Dies zeigt wie selektiv eine gesellschaftliche Auseinandersetzung nach wie vor stattfindet. Der NSU steht für einen kollektiven Anschlag auf eine postmigrantische Gesellschaft in Deutschland und stellt die größte zusammenhängende Dokumentation institutionellen Rassismus dar. Doch als solches werden die Taten des NSU stets entnannt. Statt eines Einschreitens in das Morden,wie es eine migrantische Demonstration bereits 2006 forderte, findet das Abschieben einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung in einen gähnend zähen Strafprozess statt. Politische Auseinandersetzungen ereignen sich zu einem großen Teil nur auf der Ebene einer Debatte über Geheimdienste. Diese wichtigen Auseinandersetzungen bleiben jedoch ein an der Täter*innengruppe fixierter Umgang mit rassistischer Gewalt. Doch trotz dieses Bewusstseins, fehlt es einer Linken nach wie vor an einer gesamtgesellschaftlichen Auseinandersetzung mit den Taten des NSU.
Zu hören gibt es ein Interview von Crna Lugna mit einem Menschen der DAF – Revolutionary Anarchist Action aus der Türkei . Inhaltliche dreht es sich um die allgemeine Situation vor bzw. nach den Waheln in der Türkei, das Massaker in Ankara und die militärischen Offensiven innerhalb der Türkei und in Syrien .
Von Frequenz-A haben wir diesmal ein Interview mit einer Person vom Anarchist Black Cross Mexico geklaut. Besprochen werden verschiedene Perspektiven eines Kampfes gegen ein Windkraftwerk Projekt.
Abschließend gibt es Terminankündigungen für den antifaschistischen Gedenkrundgang am 11.11 in Simmering und zu Aktionen gegen den geplanten faschistischen Aufmarsch am 15.11 in Spielfeld.
Deutschland entwickelt sich zum Schlachthaus Europas. Immer mehr Megaschlachthöfe werden gebaut, immer mehr, immer größere Mastbetriebe, um deren Kapazitäten maximal auszuschöpfen; ermöglicht durch ein System, das den Unternehmen osteuropäische Leiharbeiter_innen zum Dumpinglohn zur Verfügung stellt. Pionier dieser Agrarindustrialisierung ist die PHW-Unternehmensgruppe mit ihrer Marke “Wiesenhof”, Deutschlands Marktführer in Sachen Geflügelfleisch. Aber es regt sich Widerstand. Gemeinsam mit lokalen Initiativen und Naturschutzorganisationen versuchen antikapitalistisch orientierte Tierbefreiungskampagnen diesem Expansionskurs etwas entgegenzusetzen. In der Sendung ein Interview mit zwei Aktivist_innen von der “Kampagne gegen Tierfabriken” und “Mastanlagen Widerstand”, dazu Zitate aus dem Krimi “Am zwölften Tag” von Wolfgang Schorlau.
Am Nationalfeiertag zelebriert das offizielle Österreich gern die sogenannte Neutralität von Schnitzelland und inszeniert dazu am Wiener Heldenplatz eine Militärleistungsschau, bei der Kinder auf Panzern spielen, aktuelle Waffenarten präsentiert und Drohnenkriegen eine schillernde Zukunft herbeigewünscht wird. Denn eine Rüstungsindustrie gibt es auch im vermeintlich neutralem Österreich und Krieg beginnt somit dort, wo militärisches Gerät geplant, produziert und ausprobiert wird. Eingesetzt wird das dann an den Krisenherden dieser Welt und dass vor Kriegen Menschen flüchten, wissen heutzutage alle. Nur aufnehmen will sie kaum wer und schon gar nicht die Länder, die Kriegshetze betreiben, vom Export von Kriegsgerät profitieren und sich gern aus ihrer Verantwortung stehlen wollen.
Eine Sendung über den Zusammenhang zwischen Kapitalismus, Krieg und Flucht und einer Lesung von Textteilen aus “Gegen den Krieg. Gegen den Frieden.“.
Mitschnitt der Eröffnung der erweiterten Ausstellung über das Jugendkonzentrationslager für Mädchen* und junge Frauen* und späteres Vernichtungslager Uckermark* – und leider kein Interview. Die Ausstellung wurde von der Hamburger Gruppe der Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark konzipiert und von der Wiener Gruppe Whose Story? um mehrere Sprachen erweitert. Im Mitschnitt erzählen die Hamburger_innen* von ihren Forschungen und der Gedenkpraxis um die Uckermark und vermittelt den aktuellen Kenntnisstand.
Weitere Informationen, sowie den ausführlichen Ausstellungskatalog gibt es hier:
Whose Story? Veranstaltungsreihe in Wien: http://www.uckermark-projekt.org/
Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark http://www.gedenkort-kz-uckermark.de/
In der Sendung geht es um den Wahlzirkus und seine Absurditäten, aber auch um anarchistische Antiwahlpositionen/-propaganda. Eine anarchistische Straßenzeitung wird vorgestellt und daraus vorgelesen…
Der anarchistische Podcast “Termitinitus” (termitinitus.org) hat ein Interview geführt mit einer Refugee-Aktivistin. Sie beschreibt die auswegslose Situation von Geflüchteten im Bezug auf Detention Centers, Registrierungen und noch vieles mehr…
Eine Sendung, thematisch bunt durchmischt!
Interview des anarchistischen Podcast FrequenzA mit einer Mitstreiterin aus Belgien über den Kampf gegen das sogenannte ‘Maxi-Prison’. Weitere Informationen zum Kampf gegen das Maxi-Gefängnis könnt ihr zum Beispiel hier und hier finden…
Sowie verschiedene Terminankündigungen (‘Antiautoritäre Tage gegen die Knastgesellschaft’ in Hamburg, Textdiskussion in der anarchistischen Bibliothek Wien) und Kurzbeiträge zu den Wienwahlen, den Gefangenen der Operation Fénix sowie dem Hungerstreik von Evi Statiri in Griechenland.
Die Entwicklungen in den kurdischen Gebieten sind momentan ein vieldiskutiertes Thema in revolutionären Kreisen und hier steht vor allem ein Schlagwort im Mittelpunkt: Rojava. Und das ist auch in der dieswöchigen Ausgabe des anarchistischen Radios der Fall. Neben einem ausführlichen Telefoninterview mit einem Genossen, der kürzlich vor Ort war, gibt es eine Buchbesprechung von dem bei bahoe books erschienenen neuen Band: Doc Sportello (Hg.), Rojava – Ist der Aufstand gekommen? Die Sendung wird begleitet von François aus Frankreich, der auch über seinen Aufenthalt in der Schweiz und über die aktuelle Refugee-Bewegung in Genf und Lausanne spricht.
Diesmal gibt’s Ausschnitte vom Antifa Cafe vom 15. September:
Gedenken und Erinnern als Kämpfe der Gegenwart
Im Herbst 2015 organisiert das Uckermark Gedenkprojekt Wien ein Ausstellung über das ehemalige Mädchen-KZ Uckermark. Die Ausstellung ist die Basis für die Veranstaltungsreihe “Whose Story?” Die Veranstaltungen beschäftigen sich mit den in der Ausstellung dargestellten Teilaspekten und thematisieren ihre Wirkungen bis heute. Das große Thema der Veranstaltungsreihe sind also sogenannte Kontinuitäten von Nazismus. Im Rahmen eines Inputs des Gedenkprojekts und einer Diskussion mit Marika Schmiedt wird das Projekt “ Whose Story?” vorgestellt und aktuelle Gedenkpolitiken am Beispiel der Arbeit der Aktionskünstlerin Marika Schmiedt und dem aktuellen Beispiel des Konflikts um ein temporäres Denkmal für die ermordeten Romnija und Sintezze in Kirchstetten diskutiert.
Die Redaktion des anarchistischen Radios freut sich immer über Rezensionsexemplare von aktuellen Büchern. In dieser Sendung werden 2 neue Bücher von bahoe books einer kritischen Analyse unterzogen:
Antonio Téllez Solá: Sabaté
Alfredo Castelli, Mario Gomboli, Milo Manara: Die Strategie der Spannung
Ausschnitte eines Vortrags vom 21. Mai 2015 in der Anarchistischen Bibliothek Wien.
Lou Marin, der als Autor, Übersetzer und Journalist (Graswurzelrevolution, Le Monde libertaire) in Marseille lebt, spricht über die Geschichte der Satirezeitung „Charlie Hebdo“, die anfangs durchaus als libertäre Satirezeitung eingeschätzt worden ist, der aber heute meist eine eher sozialliberale Ideologie bescheinigt wird. Welche prägenden internen Auseinandersetzungen hat es innerhalb der Geschichte dieser Zeitung in jüngster Zeit gegeben?
Aber auch das gesellschaftliche Klima in Frankreich war Thema dieses Abends: Nebeneinander stehen ein antimuslimischer Rassismus der weißen Mehrheitsgesellschaft sowie ein unübersehbarer Antisemitismus sowohl mitten aus der Mehrheitsgesellschaft als auch aus den Reihen verarmter migrantischer Jugendlicher aus den Vorstädten. Frankreich bietet ein Bild gesellschaftlicher Zerrissenheit, aus dem der neofaschistische Front National zunehmendes WählerInnenpotential rekrutiert.
Analysen zum Thema Migration und Rassismus mit persönlichen Erfahrungen in Österreich von Hasan Hosseyni, aktuelle Konzertankündigungen und die allseits beliebte Sportrubrik, die in unregelmäßigen Abständen das anarchistische Radio verziert.
Am 27. Mai 2015 gab es in der W23 einen Vortrag zu aktuellen klerikal-faschistischen Umtrieben. Bei dieser Sommerloch-Sendung des Anarchistischen Radios handelt es sich um die geschnittene Fassung der Veranstaltung.
Das war der Ankündigungstext dazu:
“Sie demonstrieren gegen die Regenbogenparade, kämpfen gegen Frauenrechte und machen militant gegen Abtreibung und angeblichen “Genderwahn” mobil. Sie sprechen von Familie und meinen Sexismus und Homophobie. Sie halten den Katholizismus hoch und pflegen einen rabiaten Antisemitismus und anti-muslimischen Rassismus. Klerikal-faschistische Gruppen sind ein Bindeglied zwischen reaktionärem Konservativismus, dem rechten Flügel der ÖVP und dem Rechtsextremismus von FPÖ, Identitären, PEGIDA & Co – und sie setzen zunehmend öffentliche Aktionen. Die Veranstaltung behandelt diese bisher (zu) wenig beachtete Vernetzung und will zum Widerstand gegen klerikal-faschistische Umtriebe motivieren.”